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Herr Winter hatte am Dienstag schon die Stundenpläne ausgeteilt. Ziemlich flott fand Katharin. Die erste und zweite Stunde verging zäh. Das meiste war eher ein allgemeines Geschwafel. Katharin freute sich jedoch schon auf die dritte Stunde, was ihren unsichtbaren Banknachbarn doch recht wunderte. Auch heute war Daniel dabei. Katharin wollte ihn zwar heute auch nicht mitnehmen, aber irgendwie hat er sich letztendlich doch wieder rumgekriegt. So saß er auch jetzt wieder neben ihr auf dem kaputten Stuhl. Als Herr Funkel den Raum betrat wurde die Klasse plötzlich wieder munter. Herr Funkel war ein junger Lehrer (es wurde gemunkelt dass er jünger aussieht als er eigentlich ist). Er hatte ein freundliches Lächeln auf den Lippen das sich in seinen hellblauen Augen wieder spiegelte. Er fuhr mit der Hand durch das kurze schwarze Haar, als er kurz überlegte wo er seinen Bleistift gelassen hatte, den er hinters Ohr geklemmt hatte. Als er ihn doch endlich fand, konnte der Unterricht beginnen. "Guten Morgen", Herr Funkel sah sich um. "Komisch mir kommt es heute etwas voller vor als letztes Jahr", sein Blick schweifte über die Klasse, auch über Katharin und Daniel. "Muss mich wohl geirrt haben. Tja, ich werde auch nicht jünger", murmelte er. "Auch, wenn Herr Winter mich des Öfteren fragt, ob ich nicht doch endlich mal ERWACHSEN werden will", grinste er schelmisch. "Du sag mal was unterrichtet der den bei euch?", fragte Daniel das Mädchen. "Deutsch, und jetzt sei ruhig" flüsterte sie ihn so leise zu, wie sie konnte. Der Lehrer sah wieder zu ihnen rüber, wandte sich jedoch wieder der Klasse zu. "Nun, erwachsen , dass hat nicht für jeden die selbe Bedeutung". "Luke, was ist für dich Erwachsen?", fragte der Lehrer einen jungen mit hellbraunen Haaren, der eigentlich Lukas hieß, jedoch lieber Luke genannt wurde. "Erwachsen? Ist doch klar. Wenn ich 18 bin", antwortete der Schüler mühelos. "Auch nicht schlecht. Demnach sind uns die Mädchen zwei Jahre voraus", grinste der Lehrer jetzt Boris an. "Und grausam wie ich bin muss ich euch nun dazu auffordern einen Aufsatz von zwei Seiten darüber zu schreiben, was für euch Erwachsen sein bedeutet. Wer das jetzt nicht schafft, soll dies zu Hause fertig machen". Katharin überlegte angestrengt. Über so etwas hatte sie sich nie besonders gekümmert. Der junge Lehrer saß derweil am Pult und beobachtete die Klasse. Er würde es nicht zugeben, aber eigentlich beneidete er diese Schüler um etwas, dass er nie hatte. Eine Kindheit. "Fräulein Doren", Der Lehrer hielt Katharin kurz an, als diese schon gehen wollte. "Ich werde hier vor dem Klassenzimmer auf dich warten. Hättest du die Güte nach der Religionsstunde hierher zu kommen. Ich denke da gibt es etwas worüber wir reden sollten". Katharin sah ihn unverständlich an. Hatte sie irgendetwas falsch gemacht? Sie entrang sich ein hastiges "Ja" und sah zu das sie so schnell sie konnte fort kam. Etwas in seinem Ton hatte sie beunruhigt. ![]()
ERWACHSEN ?
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